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Stippvisite bei der Cooperativa L ́Arcobaleno auf Sizilien

Stippvisite bei der Cooperativa L ́Arcobaleno auf Sizilien

Wir hatten Sonne und 18 Grad erwartet, aber leider empfing uns die Insel der Cosa Nostra im Land der Sonne mit Regen und einer Temperatur knapp unter 10 Grad. Da Sizilien außerhalb der Urlaubszeit für niemanden zu sprechen und auf allen Flughäfen der Welt kein Anschluss unter diesem Namen zu bekommen ist, gestaltete sich die Anreise als reinste Odyssee. Trotzdem sind wir irgendwann heil dort angekommen. Dann aber gerieten wir auf der nächtlichen Autotour durch die Berge direkt in einen Lkw-Streik wütender sich an Feuern in Öltonnen wärmender Insulaner. Auch dieses Hindernis überwanden wir und so machten wir uns am nächsten Morgen, nach kurzem Schlaf, auf zum Ziel unserer Reise, zur Kooperative L ́Arcobaleno.

Die Fahrt über kleinste Feldwege mit Felsen auf der Fahrbahn und Matschlöchern so tief wie der Otterstedter See endete abrupt, als wir mit unserem Wagen den wohl einzigen Nagel in diesem Niemandsland aufspürten und so auf einem sich gefühlt 25 Grad neigenden Pfad gezwungen waren, den rechten Vorderreifen zu wechseln. Trotz aller Widrigkeiten erreichten wir am frühen Nachmittag die Kooperative. Nach einem grandiosen Mittagessen gingen wir in das kleine, schrabbelige Büro und es berührte uns sehr, als wir dort neben zwei Urkunden für vorbildliche Orangenproduktion unseren on tour-Flyer von vor fünf Jahren hängen sahen.

Bei L ́Arcobaleno hat sich seither quasi nichts geändert. Weiterhin werden auf 210 Hektar Fläche von 13 Landwirten Orangen, Clementinen und Oliven angebaut. Das absolute Hauptprodukt und der Stolz der Bauern ist die von uns so heiß geliebte „Washington Navel“, mit ihrem blonden Fruchtfleisch, einer mitteldicken Schale, unübertroffenem Aroma und milder Süßsäure – und dazu auch noch leicht pellbar.

Bei einem langen Spaziergang durch einen großen Orangenhain erklärte uns der Präsident der Kooperative noch einmal die Besonderheiten und die Unterscheidungsmöglichkeiten zu anderen Orangensorten, denn man leidet in Sizilien sehr darunter, dass Orangen aus aller Welt unter diesem Namen in den Handel kommen, obwohl echte Washingtons nur in dem Gebiet Agrigent angebaut werden dürfen. Wir probierten verschiedene Sorten, darunter auch solche, die nach Vanille schmecken (äußerst gewöhnungsbedürftig!) und nur für den regionalen Markt bestimmt sind. Das Geschäft ist heutzutage nicht leicht, weil Orangen eine internationale Massenware sind und es dem Verbraucher oft nicht bewusst ist, dass es sehr unterschiedliche Arten und Herkünfte gibt. Wir wissen nach unserem Besuch, dass „unsere“ Washingtons etwas ganz Besonderes sind und wir auch in der Zeit, in der sie verfügbar sind, nichts anderes anbieten wollen.

Wir freuen uns schon auf die nächste Stippvisite bei unseren Freunden auf Sizilien. Vielleicht kommen sie auch einmal zu uns – eingeladen haben wir sie. Während unserer Aktionstage können Achim und Katharina die ganze Geschichte dieses Besuches erzählen und wir zeigen Fotos und einen kleinen Film in der Scheune.