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Stippvisite auf dem Hof Butendiek in Seefeld am Jadebusen

Stippvisite auf dem Hof Butendiek in Seefeld am Jadebusen

Die Sonne scheint, es weht die typische norddeutsche Brise und so weit das Auge reicht, erblicken wir nur Wiesen und Felder. Ja, kurz hinterm Deich, genauer gesagt im Dörfchen Seefeld, rechts am Jadebusen, ist die Welt noch in Ordnung und Kühe dürfen friedlich in der Sonne grasen. Mitten in dieser ländlichen Idylle befindet sich unser heutiges on tour-Ziel, der Hof Butendiek. Seit 1938 ist dieser landwirtschaftliche Betrieb mit angeschlossener Käserei in Familienbesitz und bietet derzeit 150 Kühen ein kuscheliges Heim und 35 Mitarbeitern einen abwechslungsreichen Arbeitsplatz – und genau den dürfen wir kennenlernen.

Nach einer herzlichen Begrüßung mit den Hofbesitzern Maike und Jürgen Cornelius-Bruns heißt es für uns ab in schlumpfblaue OP-Schühchen und rein in die Käserei. Wir starten bei der Frischkäseherstellung. Es ist wirklich bemerkenswert, wie sich jemand länger als 5 Minuten in solch einer Sauna aufhalten kann! Die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass sogar das Atmen schwerfällt. Und dennoch werden in diesem Raum jede Woche 10.000 Liter Milch zu 3.000 kg Frischkäse verarbeitet.

Maike erzählt voller Stolz, wie die Frischkäseproduktion auf dem Hof ihren Anfang nahm: „Alles begann mit Schnittkäse, bis wir unser erstes Frischkäserezept geschenkt bekamen. Wir nannten den Käse „Kuno“. Weil Kuno aber nicht so alleine im Regal stehen sollte, bekam er mit der „Scharfen Käthe“ eine Schwester an die Seite, deren Name von einer Berliner Frauenbewegung prompt als sexistisch kritisiert wurde. „Das war für uns wie eine Aufforderung“, lacht Maike und so hieß die nächste Kreation „Sultans Freude“. Natürlich kamen im Laufe der Jahre noch viele weitere Sorten hinzu und MaLu, die Spenderin des ursprünglichen Rezepts, bekommt noch heute den Butendieker Käse geschenkt.

Nach dieser tollen Geschichte, verlassen wir die Sauna, um uns im Lagerraum die verschiedenen Käsesorten anzuschauen. Auch selbst gemachte Wurst und Schinken lagern hier – wenn man da keinen Appetit bekommt… Plötzlich ein Hupen vor der Tür! „Das ist mein Taxi“, freut sich Katharina und sitzt kurze Zeit später bei Niklas, einem der Söhne des Hauses, auf dem Quad.

Wo früher die Cowboys ihr Pferd sattelten, nutzt der moderne Landwirt von heute ein motorisiertes Gefährt, um die Kühe zum Melken von der Weide zu holen. Ohne Verluste zu beklagen, trudeln die Easy-Rider mit den glücklichen Kühen wieder auf dem Hof ein. Bevor wir jedoch Achim zum Melkmeister küren können, stellt uns Jürgen seine Kälber vor. Schnell haben die gefleckten Sprösslinge auf ihren wackeligen Beinchen das Herz unserer Mädels erobert, sodass sie sich nur schwer wieder trennen können. Die großen Kühe stellen sich unterdessen, gesittet in der Melkanlage auf. Sie stecken ihre Nasen in das vorbereitete Trockenfutter, während die fleißigen Landwirte beginnen, die „Milchzapfanlage“ anzuschließen. Auch Achim bekommt Lust zu helfen. Zuerst steht er zwar ein wenig unbeholfen zwischen den Melkern, aber dann verkündet er strahlend: „Ich habe das erste Mal in meinem Leben ein Euter angefasst!“

Zum Abschluss des Nachmittags verwöhnt uns Maike noch mit schwarzem Tee, frischem Rhabarberkuchen und natürlich Butendieker Käse – typisch norddeutsch eben, da fällt es schwer, den passenden Moment für die Rückfahrt zu finden. Wir freuen uns schon auf den versprochenen Besuch der Familie Cornelius-Bruns bei uns in der Scheune! Schon bei unserem Aufenthalt wurde uns klar – wir brauchen unbedingt einen eigenen Scheunenkäse. 3 Sorten erhalten Sie ab sofort in der Scheune.