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Abenteuer Peleponnes – Auf Ölsuche in Griechenland

Abenteuer Peleponnes – Auf Ölsuche in Griechenland

– Von Arnd Brüning –

Tatsächlich sollen Achim und ich seit Jahren ein außergewöhnliches Öl, möglichst ausGriechenland aufspüren. Leider fehlte lange einfach die Zeit, die Reise zur Peleponnes, dem Hauptanbaugebiet von griechischem Öl, anzutreten. Anfang Juni war es dann endlich soweit. Samira und Johannes Eisenbach, die Achim auf der Biofach in Nürnberg kennengelernt hatte, luden uns ein, um die besten Olivenbauern zu treffen. Die beiden betreuen und beraten dort auf der griechischen Halbinsel über 800 ökologisch wirtschaftende Bauern.

Die ersten Minuten in Athen gehörten der Akropolis, die jeder Besucher gesehen haben muss, bevor er einem echten Griechen begegnet. Nach einer beeindruckenden Fahrt durch die wunderschön grüne Landschaft, auf der wir alles über Griechenland, die Peleponnes, den ökologischen Anbau dort und unzählige Einzigartigkeiten dieser paradiesischen Gegend erfuhren, landeten wir in einem bezaubernden Minihotel, 5 Meter vom Strand entfernt, am Golf von Korinth. Wir können nicht von dem Abendessen an der dortigen Kaimauer erzählen, sonst brechen alle unsere Kunden morgen dahin auf, wo der warme Abendwind das salzige Mittelmeerwasser zwischendurch immer mal wieder auf die Teller spritzt.

Am nächsten Tag besuchten wir mehrere Olivenbauern. Nach diversen diskussionsreichen Verkostungen waren wir uns einig – endlich hatten wir unser hochwertiges Öl für die Scheune aufgespürt. Drei leckere Geschmacksrichtungen standen nun vor uns und warfen die Frage auf: was mag wohl unseren Kunden munden? Bekannterweise stehen wir nicht auf Kompromisse und packten deshalb alle drei Sorten ein – diese Entscheidung wollen wir gemeinsam in Form einer Bürgerbefragung in Fischerhude treffen. Beschwingt und voller Vorfreude es weiter zum Mittagessen mit dem Vorstand der größten Korinthenkooperative.

Beeindruckend für uns war es, dass in Griechenland die Betriebe teilweise über weniger als einen Hektar Anbaufläche verfügen. Wir waren bei einem Bauern, der mitten auf seiner Scholle in einem Einzimmerhaus lebt. Zwischen Hühnern, Hunden, Ziegen und Puten wachsen Oliven, Orangen und Mispeln in reinster Mischkultur – sehr spartanisch und wie im Urwald!

Wir haben den Weltkorinthenprofessor kennengelernt, der uns glaubhaft versichern konnte, dass allein 70 Gramm Korinthen am Tag dafür sorgen, gesund zu bleiben. Sie sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und senken den Blutdruck. Wir wissen jetzt, dass griechische Weine nicht mehr nach Essig schmecken und mit Sicherheit in den nächsten Jahren die Gourmetwelt beherrschen werden. Denn jetzt sind die griechischen Weinbauern Winzer und leidenschaftlich dabei!

Wir wurden unglaublich gastfreundlich empfangen, ausführlich herumgeführt und wir haben viel gelernt. Wir können berichten, dass wir keinen Griechen getroffen haben, der uns gegenüber Vorbehalte wegen der Finanzkrise hatte und wir sind der Meinung, dass sich in diesem Land noch viel entdecken lässt. Es gibt viel zu erzählen, am besten machen wir das persönlich und probieren
dabei unser mitgebrachtes Olivenöl.